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Training- und Motivationsexperte Bernhard Peters ist Herren-Bundestrainer seit Ende des Jahres 2000
Niemand, der ihn schimpfend, anfeuernd und unglaublich emotional auf der Bank erlebt hat, wird das Bild vom eher wortkargen, ruhigen, besonnenen, also typischen Westfalen aufrecht erhalten können, als der Peters einem als Privatperson bei der ersten Begegnung erscheint. Genauso emotional, wie er die Spieler auf dem Platz anpeitscht, wird er auch, wenn es darum geht, sie als Persönlichkeiten anzupreisen. „Diese Jungs sind allesamt mit einem unglaublichen Zeitmanagement gesegnet. Sie schaffen es, Ausbildung, Studium oder sogar Beruf mit dem Leistungssport unter einen Hut zu bekommen. Eigentlich müsste jedes Unternehmen Interesse daran haben, sie als Mitarbeiter zu gewinnen, denn sie sind Perfektionisten in Sachen Effizienz und Arbeitsorganisation.“ Vor allem das Wort Amateur hört der in Krefeld lebende Hockey-Dozent überhaupt nicht gern. „Meine Spieler sind eigentlich die wahren Profis, obwohl sie mit ihrem Sport keinen Cent verdienen.“ Als Bernhard Peters die deutschen Hockeyherren Ende 2000 übernahm, hatte die Mannschaft gerade das Olympische Turnier von Sydney hinter sich. Dort war Peters noch Co-Trainer von Paul Lissek und hatte miterleben müssen, wie die Mannschaft sich im letzten Gruppenspiel gegen Großbritannien, als ein Unentschieden schon den Einzug in die Medaillenrunde bedeutet hätte, durch ein 1:2 quasi in letzter Minute um alle olympischen Träume brachte. Peters vertraute auch danach demselben Team, ergänzte das Konzept allerdings um etliche weitere Komponenten.
Unter anderem
ließ er die Mannschaft deutlich offensiver spielen und er baute
einen Sportpsychologen in den „Staff“ mit ein. Die mentale Stärke
der Mannschaft macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn es eng
wird. Kein Team in der Weltspitze gewinnt Spiele so oft in den
letzten Minuten und schießt kurz vor Schlusspfiff so viele Tore. Ob als Referent vor Führungspersonal aus der Wirtschaft oder als Dozent an der Hennes-Weisweiler-Akademie des Deutschen Fußball Bundes (DFB) – der Hockey-Nationaltrainer schaut oft über den Tellerrand. Er hospitierte auch schon mal bei seinem Freund DFB-Trainer Erich Rutemöller oder bei Jürgen Klopp und seinem Bundesliga-Team vom FSV Mainz. Dabei gibt Peters bereitwillig Erkenntnisse weiter, die er im Laufe seiner Hockeykarriere gewonnen hat, und saugt ebenso begierig auf, was es in den anderen Disziplinen an neuen Methoden oder Eindrücken findet, um „seinen“ Sport weiter zu entwickeln.
Der vierfache
Vater studierte Sport an der Deutschen Sporthochschule in Köln und
trat mit 23 Jahren seinen ersten Job als Sportlicher Leiter beim
Crefelder HTC an. Nebenher absolvierte er ein Aufbaustudium an der
Trainerakademie, das er als Diplom-Trainer abschloss. Bereits seit
1985 arbeitet Peters als Bundestrainer beim Deutschen Hockey-Bund.
Die ersten vier Jahre widmete er sich den Juniorinnen, mit denen er
Europa- und Weltmeister wurde. Ende 1989 übernahm er dann das
Junioren-Amt von seinem damaligen Vorgänger Paul Lissek, den er dann
später auch als Herren-Coach beerbte. Gemeinsam erhielten Peters und
Lissek den ersten Josef-Neckermann Preis für erfolgreiche
Trainertätigkeiten im Junioren- und Juniorinnenbereich (1989). Den Ausgleich zum aufreibenden Trainerjob sucht und findet Bernhard Peters bei seiner Familie. Ehefrau Britta, Sohn Jan (12), Tochter Pauline (10), sowie den inzwischen dreijährigen Zwillingen Sophie und Hannah stärken ihm dann den Rücken.
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