WM-Titelverteidiger kommt langsam in Form

Deutschlands Herren mit guten Auftakt-Leistungen im WM-Jahr

 

Weg der Qualifikation: Titelverteidiger Deutschland ist als Gastgeber für die BDO Feldhockey-Weltmeisterschaft vom 6. bis 17. September in Mönchengladbach automatisch qualifiziert.

Aktuelle Form: Trotz einer Phase des Umbruchs zeigte sich der Deutschland zuletzt in hervorragender Form. Bereits bei der Champions Trophy in Chennai im Dezember 2005 bewies das junge deutsche Team eine aufsteigende Tendenz und verpasste nur knapp einen Medaillenplatz. Bei der Eröffnung des Warsteiner HockeyPark im Rahmen des Vier-Nationen-Turniers zu Ostern übertraf die junge Mannschaft diese Leistung auch ohne einige verhinderte Leistungsträger noch einmal eindrucksvoll. In drei Partien kassierte man nur ein Gegentor und holte sich souverän den Turniersieg. Dabei wurde auch Angstgegner und Europameister Spanien nach drei Niederlagen in Folge erstmals wieder besiegt.

Trainer: Bernhard Peters ist einer der renommiertesten Trainer weltweit. Seitdem der Krefelder das Amt des Bundestrainers im Herbst 2000 übernommen hat, befindet sich die Mannschaft in der Erfolgsspur. Größter Erfolg des langjährigen DHB-Juniorentrainers ist der Gewinn des WM-Titels 2002 (Deutschlands bislang einziger Triumph bei Welttitelkämpfen). Dazu wurde Peters 2001 Europameister und 2003 Hallenweltmeister. Bei den Olympischen Spielen in Athen führte er sein Team zur Bronzemedaille. Dass Peters sich mittlerweile auch außerhalb des Hockeysports einen Namen gemacht hat, zeigte sich zuletzt ganz deutlich an den Bemühungen des Deutschen Fußball Bundes, ihn in beratender Funktion zum DFB zu lotsen.

Kapitän: Timo Weß gehört er zu den ruhigeren Vertretern im Team, weiß aber auf dem Platz als Innen- oder Außenverteidiger mit lautstarken Anweisungen das Team zu führen. Der Krefelder übernahm das Amt des Mannschaftsführers mit Beginn der Saison 2005, nachdem zuvor Abwehrkollege Philipp Crone interimsmäßig die Nachfolge des langjährigen Kapitäns Florian Kunz angetreten hatte. 

Stars: Die bekanntesten Akteure des deutschen Teams sind Abwehrchef Philipp Crone (Rot-Weiß München), Mittelfeldmotor Björn Emmerling (HTC Stuttgarter Kickers) und Stürmer Christopher Zeller (Münchner SC). „Hupe“ Crone gehört seit fast einem Jahrzehnt zu den stärksten Innenverteidigern weltweit und ist berühmt für seine zentimetergenauen Anspiele über den ganzen Platz. Emmerling brilliert mit seiner Technik und ist jederzeit in der Lage, den so genannten tödlichen Pass zu spielen. Zeller gehört mit seinen 21 Jahren zwar noch zu den jüngsten Akteuren im Team, wurde aber schon 2005 für die Wahl zum Welthockeyspieler nominiert. Der Münchner gilt als einer der dynamischsten Stürmer weltweit. Seine Strafecken zählt ebenfalls mit zu den Besten auf dem internationalen Hockeyparkett.

Stärken: Deutschland hat seine Stärken traditionell im taktischen Bereich. Trainer Peters ist jederzeit in der Lage, sein Team optimal auf den jeweiligen Gegner einzustellen und wenn nötig auch während einer Partie entsprechend zu reagieren. Deutschland kann sowohl offensiv ausgerichtet agieren, als auch aus einer starken Defensive heraus über die schnellen Stürmer wie Zeller, Matthias Witthaus und Carlos Nevado kontern.

Verband: Deutscher Hockey-Bund www.deutscher-hockey-bund.de

Weltranglistenposition: 3

WM-Erfolge:

1971    5. Platz
1973    3. Platz
1975    3. Platz
1978    4. Platz
1982    2. Platz
1986    3. Platz
1990    4. Platz
1994    4. Platz
1998    3. Platz
2002    Weltmeister

Olympische Spiele: Zweimal hat ein deutsches Herren-Team bislang die olympische Goldmedaille gewinnen können. Nach zuvor immerhin einmal Silber und zweimal Bronze gelang der ganz große Triumph erstmals 1972 in München die Mannschaft um Carsten Keller durch einen 1:0-Erfolg über Rekord-Weltmeister Pakistan. Nach erneut zwei silbernen Medaillen 1984 und 1988 wiederholte 1992 das Team um Carsten Fischer den Olympiasieg – diesmal mit einem Sieg über Australien. 2004 gelang mit der Bronzemedaille der nächste Griff nach Edelmetall.

Kontinentalmeister: Die Europameisterschaften sind das „Lieblingsturnier“ des WM-Gastgebers. Sechs Mal (1970, 1978, 1991, 1995, 1999, 2003) hieß der Sieger der Kontinentalmeisterschaften Deutschland, und das bei bislang nur zehn Austragungen. Von 1991 bis 2003 holte man sich den Titel sogar vier Mal in Folge. Auch bei den vier restlichen EMs reichte es zumindest immer für Edelmetall: 1974 holte man Silber, 1983, 1987 und 2005 Bronze.

Champions Trophy: Deutschland ist zusammen mit Olympiasieger Australien Rekordgewinner der Trophy. Insgesamt acht Mal konnte sich die Mannschaft von Trainer Bernhard Peters schon in die Siegerliste des traditionsreichen jährlichen  Turniers der sechs weltbesten Teams eintragen. Der letzte deutsche Trophy-Erfolg datiert aus dem Jahre 2001, als man Australien im Finale mit 2:1 bezwang. Den Premierensieg feierte die DHB-Auswahl 1986 in Karachi.

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